Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung e. V. (NWA) gegründet 1918
Hochwasser 2023 - Gehrde-Rüsfort (Zuwegung zum Haseteich)
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von links: Michael Engel (Leiter Fischereiaufsicht), Reinhard Kampling (Rechnungsführer), Hans Macke (1. Vorsitzender) und Jürgen Lindemann (2. Vorsitzender)
Auch in diesem Jahr fand die Mitgliederversammlung der NWA wieder in der Wittekindshalle in Wallenhorst-Rulle statt. Nach der Begrüßung und Genehmigung der Tagesordnung erinnerte 1. Vorsitzender Hans Macke der verstorbenen Vereinsmitglieder und bat um eine Schweigeminute. Besonders würdigte er dabei den ehemaligen Rechnungsführer Horst Flotho, den langjährigen Vorsitzenden der „Briten-Gruppe“, Gavin Lister, und Fritz Lill, der kurz vor seinem 70. Vereinsjubiläum verstarb. „Die Jubilarfeier der Mitglieder, die für ihre langjährige Treue zum Verein geehrt werden, findet am 9. April 2024 in der Gaststätte Nieporte in Rulle statt“, verkündigte der 2. Vorsitzende Jürgen Lindemann. Eingeladen seien Klaus Brunner und Wolfgang Münch aus Wallenhorst, die der NWA seit 60 Jahren angehörten und 104 weitere Mitglieder, die ihr 50. sowie 40. Vereinsjubiläum feiern könnten.

Werner Klasing, der Präsident des Anglerverbandes Niedersachsen, war extra aus seinem Heimatort in Ostfriesland angereist, um an der Versammlung teilzunehmen. In seinem Grußwort lobte er die Mitgliederwerbung der NWA, die mit über 11.000 Mitgliedern nun fast gleich auf mit dem mitgliederstärksten Angelverein in Deutschland sei, dem BVO. Kritische Nachfragen von Versammlungsteilnehmern zur geplanten Beitragserhöhung beantwortete er u. a. mit der Tariferhöhung im Öffentlichen Dienst und der Absicht, mehr Personal einzustellen, um Fördermittel für Umweltprojekte einzuwerben. Ärgerlich sei, so Werner Klasing, dass es dieses Jahr keine Glasaalförderung gebe. Die Verwaltung habe die Regularien sehr spät mitgeteilt. Die Vorlaufzeit für die Planung und Umsetzung der Aktion sei deswegen zu kurz und mit dem Risiko verbunden, auf den Kosten hängen zu bleiben. Deswegen habe man davon Abstand genommen. Auch mit der seit langem angekündigten Neufassung der Binnenfischereiverordnung tue sich die Politik schwer.

Über den Stand der Bauarbeiten am Schleptruper See berichtete Jürgen Lindemann unter dem Tagesordnungspunkt „Vorstandsberichte“. Diese hätten sich erheblich verzögert, weil der Landkreis Osnabrück den im August 2023 gestellten Antrag auf die wasserbehördliche Genehmigung des Baus eines Flachwasserplateaus, einer Flachwasserbucht und des Laichbiotops erst am 24.11.2023 bewilligt habe. Aufgrund der dann folgenden intensiven Niederschläge habe man erst Anfang Feb. 2024 mit dem Bau beginnen können. Die Biotope seien jetzt grob fertig gestellt. Der Boden könne aber erst abgefahren werden, wenn der Untergrund dies zulasse. Da das voraussichtlich nicht vor Ende April der Fall sei, wolle man den Schleptruper See über Ostern wieder fürs Angeln frei geben.

Ferner berichtete der 2. Vorsitzende über ein Gespräch mit der Stadt Osnabrück. In der Unteren Naturschutzbehörde habe man für mehr Angelmöglichkeiten am Rubbenbruchsee geworben. Auch die Erreichbarkeit der vorhandenen Angelstrecken mit dem Pkw sowie die Absicht, einen Behindertenangelplatz zu bauen, sei angesprochen worden. Die Bereitschaft der Behördenmitarbeiter, der NWA hier entgegen zu kommen, habe sich aber in Grenzen gehalten. Deswegen wolle man nun andere Wege bestreiten und die Politik einschalten.

Am Linner See habe man den Bau einer Doppelgarage beantragt. Hier sollen die Gerätschaften für die Elektrofischerei konzentriert werden. Dazu gehört auch ein neues Boot mit Anhänger, das im laufenden Jahr angeschafft werden soll.

„Die Fangstatistik 2023 wird in Kürze in den internen Bereich der Internetseite eingepflegt“, so Jürgen Lindemann. Mit 16.201 Einträgen aus 2.149 Erlaubnisscheinen wurden in diesem Jahr wesentlich mehr Fänge gemeldet als in den Vorjahren, was sehr positiv zu bewerten sei. Insgesamt wurden 29.547 Fische mit einem Gesamtgewicht von über 27 Tonnen gefangen. Dabei sei die Hunte nach wie vor das fischreichste Gewässer. In den NWA-Gewässern seien insgesamt 3508 Karpfen und 3754 Brassen gefangen worden. Davon alleine in der Hunte 2502 Karpfen und 2392 Brassen.

Über die neue Gastmitgliedschaft von Bürgern aus der Europäischen Union berichtete Hans Macke.
Als gemeinnütziger Verein müsse man diesen Personenkreis in den Verein aufnehmen, wenn ein entsprechender Sachkundenachweis aus dem Heimatland beigebracht wird. Das führe aber aufgrund von fehlenden Deutschkenntnissen immer wieder zu Problemen, die deutschen Normen und Vereinsbestimmungen richtig anzuwenden. EU-Bürger müssten daher zukünftig bis spätestens im darauffolgenden Jahr ihres Eintritts in die NWA eine deutsche Fischerprüfung nachweisen, sonst gelten sie automatisch als wieder ausgetreten und würden keine neue Angelberechtigung mehr bekommen.

Mit dem Landesfischereiverband Westfalen und Lippe habe man ein Abkommen über einen sogenannten „Großen Kanalschein“ getroffen, so Hans Macke. Den können Vereinsmitglieder der NWA und des LFV Westfalen / Lippe ab sofort für einen Jahresbeitrag von 30 € erwerben. Dieser berechtige die Mitglieder des LFV Westfalen, in den Zweig- und Mittellandkanalgewässern der NWA zu angeln (Ausnahme MLK 300 – Spitze). Im Gegenzug dürfen die NWA-Mitglieder in den Kanalstrecken des LFV-Westfalen angeln. Dies sind: der Dortmund-Ems-Kanal (137 km), der Rhein-Herne-Kanal (45 km), der Wesel-Datteln-Kanal (60 km) und der Datteln-Hamm-Kanal (47 km).

Intensive Gespräche habe man auch mit der ausführenden Baufirma des sechs streifigen Ausbaus der A 1 geführt, um eine Öffnung des Kiesekampsees zu ermöglichen. Die Baufirma hat zugesagt, den Bau des Sandfangs nun voranzutreiben und die Umzäunung der Baustelle bis Ende April abzubauen, so dass der Kiesekampsee dann wieder fürs Angeln frei gegeben werden kann. Im Herbst hoffe man auf eine große Beteiligung der Vereinsmitglieder bei der geplanten Bepflanzung des Walls, zu der rechtzeitig aufgerufen wird.

„Die NWA befindet sich in einem sicheren finanziellen Fahrwasser. Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ist deswegen nicht erforderlich,“ befand Rechnungsführer Reinhard Kampling, der den Rechenschaftsbericht vortrug. Auch für 2024 sei wieder eine hohe 6stellige Summe für mögliche Gewässerkäufe eingeplant. Nach über 300.000 € Besatzkosten in 2023 habe man diese Ausgaben wieder auf das normale Maß von 220.000 € heruntergefahren, da der Besatz der vom Fischsterben betroffenen Hasestrecken nun abgeschlossen sei. Besonders erfreulich sei die Bewilligung einer Förderung durch die BINGO Umweltstiftung von 24.600 € für die strukturverbessernden Maßnahmen am Schleptruper See. Und auch die Finanzierung des Hasearms in Gehrde-Rüsfort sei nun endlich abgeschlossen. Aus dem EU-Programm „ländliche Entwicklung“ habe man nun 183.072,61 € der insgesamten Kosten von 215.531,50 € erstattet bekommen.

Nachdem Kassenprüfer Norbert Hübel eine ordentliche Kassenführung bescheinigte, wurde der Vorstand von den Versammlungsteilnehmern einstimmig entlastet.

Ehrenausschussvorsitzender Stefan Buddeke erklärte, dass er nach der Mitgliederversammlung aus dem Ehrenausschuss ausscheiden wird. Die Zahl der Verstöße habe erheblich zugenommen. Er sei beruflich sehr eingebunden, so dass er die Zeit für den Ehrenausschuss nicht mehr aufbringen könne.

Die Wahlen in den Vereinsvorstand brachten keine Überraschungen. Der 2. Vorsitzende Jürgen Lindemann und der Organisationswart Patrick Lüssenheide wurden einstimmig wieder gewählt. Als Leiter der Gewässerwarte wurde Michael Hammermeister, der das Amt bislang kommissarisch ausübte, ebenfalls einstimmig gewählt.
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Norbert Hübel beantragt die Entlastung des Vorstandes, im Hintergrund Uwe Wageringel (Referent für Umwelt und Gewässerschutz)



Kritische Fragen musste sich AVN-Präsident Werner Klasing gefallen lassen



Auch die Spinnfischer waren zahlreich vertreten


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