Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung e. V. (NWA) gegründet 1918
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Eine gute Gewässerbewirtschaftung gehört zu den Kernaufgaben eines Angelvereins. Zum einen hat der Fischereiberechtigte den gesetzlichen Auftrag, einen der Größe und Art des Gewässers entsprechenden Fischbestand zu erhalten und zu pflegen. Zum anderen hängt die Zufriedenheit und Bindung der Mitglieder an den Verein davon ab, welche Fangerfolge erzielt werden können. Daher sind die Gewässerwarte ständig gefordert, den Fischbestand eines Gewässers zu erforschen und erforderliche Besatzmaßnahmen vorzuschlagen. Die jährliche Fangstatistik ist dafür ein wichtiges Instrument, das aber bei vielen Vereinsmitgliedern leider zu wenig Beachtung findet. Die Auswertung der Fangergebnisse 2021 haben z. B. ergeben, dass nur 1.769 Angler überhaupt Fänge gemeldet haben. Bei rund 10.000 Mitgliedern ist deswegen zu vermuten, dass viele Angler ihre Fänge gar nicht melden. Das führt natürlich zu falschen Schlussfolgerungen, da die Besatzmaßnahmen für das Folgejahr sich an dem Umfang der entnommenen Fische orientieren. Werden aus einem Gewässer keine Fänge gemeldet, sind auch keine Besatzmaßnahmen als sogenannter „Auffrischungsbesatz“ notwendig; es sei denn, andere Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass das Gewässer unterbesetzt ist.

Auch viele fehlerhafte Einträge mindern die Aussagekraft der Fangstatistik. Oft werden Fischlänge und Fischgewicht nicht eingetragen. Korpulenzwerte der Fische bis +700 oder -90 Prozent deuten darauf hin, dass Maße und Gewichte von Fischen sehr oberflächlich und geschätzt eingetragen werden. Zumindest diese groben Fehlerquellen müssen korrigiert werden, um der Wirklichkeit der Jahres-Fangergebnisse ziemlich nahe zu kommen. Bei rund 12.000 Eintragungen ist das händisch nicht zu leisten. Deswegen wurde ein Programm entwickelt, dass diese Aufgabe in Zukunft standardisiert erledigt. Insgesamt wurden so ca. 2.000 Korrekturen vorgenommen. Fehlende Längen und Gewichte wurden anhand des Korpulenzfaktors und der Mindestmaße der Fische nachberechnet, unwahrscheinliche Korpulenzwerte berichtigt.

Zurück gesetzte und untermassige_ Fische werden in Zukunft gesondert erfasst, so dass die Fangstatistik ab dem Jahr 2021 zukünftig die reine Entnahme der Fische aus unseren Gewässern widerspiegelt. Dabei ist es wichtig, dass auch diese Fische vermehrt eingetragen werden. Im Zusammenhang mit den Besatzmaßnahmen lassen sich gerade aus den Daten der untermassigen Fische Erkenntnisse über die Reproduktion und das Wachstumsverhalten der Fische und die ökologische Beschaffenheit der Gewässer erlangen. Werden z. B. kleinere Karpfen als „K2“ oder Bachforellen kleiner als 15 cm gefangen, haben sich diese Arten im Gewässer selbst reproduziert. Werden nur sehr wenige kleine Bachforellen in einem eigentlich typischen Forellengewässer gefangen, lässt das darauf schließen, dass es an geeigneten Laichhabitaten mangelt. Durch den Einbau von Kiesbänken, wie in der Düte kürzlich erfolgt, kann so Abhilfe geschaffen werden.

Die Fangstatistik 2021 ist ab sofort im internen Bereich der Internetseite abrufbar. Insgesamt wurden über 24.000 Fische mit einem Gesamtgewicht von über 15 Tonnen gefangen. Die Fischereiaufsicht wurde gebeten, in Zukunft stärker auf das korrekte Eintragen der Fische zu achten.
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