Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung e. V. (NWA) gegründet 1918
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von links: 2. Vorsitzender Jürgen Lindemann, Ehrenmitglied Harry Ferch mit Ehefrau Christel, 1. Vorsitzender Hans Macke und Rechnungsführer Reinhard Kampling
In einer harmonisch verlaufenden Mitgliederversammlung wurde 1. Vorsitzender Hans Macke für drei weitere Jahre im Amt bestätigt und Uwe Wageringel in das Amt des Referenten für Umwelt und Gewässerhege gewählt. Harry Ferch, der das Amt aus Altersgründen abgab, wurde unter großem Beifall der Mitglieder zum Ehrenmitglied ernannt. Zuvor würdigte Hans Macke die über 40jährige ehrenamtliche Arbeit von Harry Ferch für die Angelvereinigung. Harry habe sich in besonderem Maße in verschiedenen Ämtern für den Verein verdient gemacht. Er habe die Biologische Gewässerkommission ins Leben gerufen, die dem Verein wichtige Impulse für die Verbesserung der Gewässerstruktur und Vielfalt der Fischfauna liefere. Als Leiter der Besatzkommission habe er immer ein offenes Ohr für die Besatzwünsche der Gruppen gehabt, ohne dabei die ökologischen Gesichtspunkte zu vernachlässigen. Ganz zu schweigen von den unzähligen Stunden der Besatzplanung. Er wünschte Harry jetzt mehr Zeit für die aktive Angelfischerei und hoffe, dass er dem Verein auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt noch lange mit Rat und Tat erhalten bleibe.

Vor der Bestätigung in sein Amt als 1. Vorsitzender skizzierte Hans Macke seine Absichten für seine voraussichtliche letzte Amtsperiode. Insbesondere wolle er dazu beitragen, den Vorstand zu verjüngen. Geeignete Bewerber sollten gefunden und allmählich an die Vorstandsarbeit herangeführt werden. Auch die Jugendarbeit will er wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. „Die Jugend ist unsere Zukunft,“, so Hans Macke. Ein Arbeitskreis unter Federführung von Patrick Lüssenheide soll entsprechende Konzepte entwickeln, wieder mehr Jugendliche für die Jugendgruppen der NWA zu interessieren. Als wichtigste Aufgabe sieht er aber die Verlängerung der Pachten für den Mittelland- und Zweigkanal an, die im Jahr 2024 anstehen. „Sie sind unsere Lebensader“, so der 1. Vorsitzende.

Werner Klasing, der Präsident des Anglerverbandes Niedersachsen ließ es sich nicht nehmen, extra aus Wittmund angereist, zu betonen, dass er sich persönlich dafür einsetzen wolle, dass die NWA die Kanalstrecken auch über 2024 hinaus erhalten solle. In seinem Begrüßungswort betonte er die gute Zusammenarbeit des Verbandes mit der NWA. Dies betreffe die Abnahme der Prüfungen von Fisching-King genauso wie die Durchführung der Fischereikontrollen an den Pachtgewässern des AVN. Auf politischer Ebene befasse man sich gerade mit der Neufassung der BinnenfischereiVO, die sich nach über 8jähriger Planung nun endlich in der Anhörung befinde. Hier gelte es, Mindestmaße und Schonzeiten von Fischen ökologisch und ökonomisch sinnvoll festzusetzen. Sorgen bereite das Aalfangverbot für Küstengewässer, dass die Europäische Union gerne auch auf Binnengewässer ausgeweitet haben möchte. Im Ministerium habe man deswegen darauf aufmerksam gemacht, dass der Aalbestand hauptsächlich durch die Wasserkraftwerke und dem hohen Kormoranbestand bedroht sei.

2. Vorsitzender Jürgen Lindemann gab bekannt, dass die Fangauswertung für das Jahr 2022 fertiggestellt sei und in den nächsten Tagen im internen Bereich der Internetseite eingestellt wird. Insgesamt sei das Angeljahr erfolgreicher verlaufen als 2021. 1.971 Mitglieder hätten 14.717 Fänge gemeldet, 200 Mitglieder und 3.000 Fänge mehr als 2021. Mit 20,5 t Fisch habe man etwa fünf Tonnen mehr als 2021 an Land gezogen. Außergewöhnlich hohe Fangerfolge habe man in den Huntestrecken verzeichnet. Nachdem die Projekte „Haseaue“ in Gehrde und „Edelkrebsteich“ nun abgeschlossen seien, wolle man sich zwei neuen Projekten zuwenden. Zum einen wolle man darauf hinwirken, dass der Entwicklungsplan für die Nette schnellstmöglich umgesetzt wird. „Das ist in Anbetracht der immer trocken werdenden Sommermonaten dringender den je“, so Jürgen Lindemann. So habe man am 17.Jan.2023 verschiedene Akteure aus Stadt und Landkreis Osnabrück, den Gemeinden Wallenhorst und Belm sowie dem Haseauenverein e.V., dem Unterhaltungsverband und einigen Eigentümer zu einem Erörterungsgespräch eingeladen. Daraufhin habe sich ein Arbeitskreis „Netteentwicklung“ gebildet, der sich regelmäßig unter Federführung der NWA treffen will und die Umsetzung des Nette-Entwicklungsplanes zum Ziel hat. Zum anderen wolle man den Schleptruper See nach dem Vorbild des „Baggerseeprojektes“ ökologisch aufwerten, um den Fischen eine bessere Lebensgrundlage zu geben, so der 2. Vorsitzende.

Rechnungsführer Reinhard Kampling berichtete ausführlich über den Kassenabschluss 2022 und die Finanzplanung 2023. Eine Beitragserhöhung sei nicht erforderlich, da die Kassenlage sehr solide sei und man ein gutes Finanzpolster habe, in Aussicht gestellte Gewässerkäufe ohne Probleme zu verwirklichen, so der Rechnungsführer. Dies bestätigte auch der Sprecher der Kassenprüfer, Norbert Hübel, und beantragte die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erteilt wurde.

In seinem Bericht über die Arbeit des Ehrenausschusses bemängelte Vorsitzender Stefan Buddeke die hohe Anzahl der verhandelten 30 Verstöße in 2022, nur 21 in 2021. In Zukunft wolle man Verstöße gegen das Tierwohl härter sanktionieren. Auch aggressive Verhaltensweisen gegenüber Fischereiaufsehern und anderen Vereinsmitgliedern wolle man zukünftig stärker bestrafen. Zwar sei jeder Fall eine Einzelfallentscheidung, aber bei Mehrfachverstößen oder Uneinsichtigkeit sollen Mitglieder kompromisslos aus dem Verein ausgeschlossen werden. Ausdrücklich bedankte sich Stefan Buddeke bei der Fischereiaufsicht für ihre gute Arbeit.

Ein wichtiger Bestandteil des Abends war auch der Antrag des geschäftsführenden Vorstands zur Satzungsänderung. Neben kleinen redaktionellen Änderungen war zwingend eine Regelung zur Fischerprüfung bei Jugendlichen geboten. Die Fischereigesetze von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen enthalten hierzu differenzierte Aussagen. Um eine Einheitlichkeit für alle Kinder / Jugendliche zu schaffen, wurde nunmehr eine Prüfungspflicht mit Vollendung des 15. Lebensjahres eingeführt. Corona bedingt konnten in den vergangenen Jahren nicht so viele Angellehrgänge – wie sonst – angeboten werden. Deshalb wird der Verein in diesem und in nächsten Jahr das Prüfgeschehen sehr flexibel handhaben, so dass kein Jugendlicher ohne Prüfung befürchten muss, von der Angelei ausgeschlossen zu werden.
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